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Für Sie: Die wichtigsten Fragen übersichtlich zusammengestellt.

Einkommensteuer

  • Was ist der Unterschied zwischen Bilanz und Einnahmen/Ausgabenrechnung ?

    Bei einer Bilanz wird grundsätzlich jeder Geschäftsfall mit dem Leistungsdatum erfasst. Bei einer EA-Rechnung ist das Zahlungsdatum maßgebend (Ausnahme zB: Anlagevermögen). Weiters ist für eine EA-Rechnung keine Doppelte Buchhaltung erforderlich. Ich muss jedoch meine Einnahmen und Ausgaben chronologisch und nachvollziehbar aufzeichnen und darstellen. Auch muss ich bei EA - Rechnung ein Wareneingangsbuch führen. Es gibt auch viele Bestimmungen (unternehmens - und steuerrechtlich), die bei einer EA-Rechnung nicht angewendet werden können bzw müssen (Inventuraufnahme, Forderungsabgrenzung, Rückstellungen, Verbindlichkeitenabgrenzung, erweiterte Verlustvortragsmöglichkeit,...)

  • Muss ich eine Bilanz erstellen?

    Primär richtet sich die Verpflichtung zur Bilanzerstellung nach den Rechnungslegungsbestimmungen im Unternehmensgesetzbuch (UGB). Müssen nach UGB Bücher geführt werden, so ist dies grundsätzlich auch steuerlich maßgeblich. Eine freiwillige Buchführung ist möglich. Kapitalgesellschaften sind grundsätzlich immer buchführungspflichtig. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaten tritt die Buchführungspflicht gem. §189 UGB wie folgt ein (bezogen auf die Umsatzerlöse eines Geschäftfsjahres):

    • über 700.000,00 in 2 aufeinanderfolgenden Jahren ab dem zweitfolgenden Jahr
    • über 1 Mio in einem Jahr ab dem folgenden Jahr
  • Wie ermittle ich mein steuerpflichtiges Einkommen?

    -bei den betrieblichen Einkunftsarten der Gewinn als Differenz der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben
    -bei den außerbetrieblichen Einkunftsarten der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten

  • Was ist steuerpflichtiges Einkommen ?

    Es gibt im Einkommensteuergesetz 7 Einkunftsarten und zwar

    a. betriebliche Einkunftsarten
    1. Einkünfte aus Land und Forstwirtschaft
    2. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
    3. Einkünfte aus Gewerbebetrieb

    b. außerbetriebliche Einkunftsarten
    4. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
    5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
    6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
    7. Sonstige Einkünfte

  • Wie berechnet sich die Einkommensteuer ?

    ab 01/01/2016:

    • bis 11.000  0%
    • bis 18.000 25%
    • bis 31.000 35%
    • bis 60.000 42%
    • bis 90.000 48%
    • bis 1 Mio 50%
    • darüber 55%

     

    bis 31/12/2015:

    • bis 11.000 0%
    • von 11.000 bis 25.000 =(EK-11.000)x5.110/14.000
    • von 25.000 bis 60.000 =((EK-25.000)x15.125/35.000)+5.110
    • über 60.000 =((EK-60.000)x50%)+20.235
    • von den obigen Beträgen sind noch diverse Absetzbeträge abziehbar -

    alternative Tarifdarstellung:

    • 0 - 11.000.................0,00%
    • 11.000 - 25.000........36,50%
    • 25.000 - 60.000........43,21%
    • über 60.000..............50,00%
  • Bis wann muss ich meine Einkommensteuererklärung abgeben ?

    Der Termin für die Abgabe der Einkommensteuererklärung 2016 (Pflichtveranlagung) ist heuer Dienstag, der 2.5.2017 (für Online-Erklärungen der 30.6.2017). Steuerpflichtige, die durch einen Steuerberater vertreten sind, haben es besonders gut: für sie gilt für die Steuererklärungen 2016 grundsätzlich eine generelle Fristverlängerung maximal bis 31.3.2018 bzw 30.4.2018, wobei zu beachten ist, dass für Steuernachzahlungen bzw –guthaben ab dem 1.10.2017 Anspruchszinsen zu bezahlen sind bzw gutgeschrieben werden. In den meisten Fällen der Arbeitnehmerveranlagung gilt wie bisher eine Fristverlängerung bis 30.9.2017. Grundsätzlich kann die Einreichfrist individuell mit begründetem Antrag schriftlich jederzeit auch mehrfach verlängert werden.

  • Wann muss ich eine Einkommensteuererklärung abgeben?

    1. Pflichtveranlagung

    Als lohnsteuerpflichtiger Dienstnehmer sind Sie dann zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen mehr als € 12.000 beträgt und Sie beispielsweise Einkünfte aus Nebentätigkeit von mehr als € 730 und nicht endbesteuerte Einkünfte aus Kapitalvermögen bzw Einkünfte aus einem privaten Grundstücksverkauf erzielt haben, für die die Immobilienertragsteuer nicht oder nicht richtig entrichtet wurde. Oder Sie haben gleichzeitig zwei oder mehrere Gehälter und/oder Pensionen erhalten, die beim Lohnsteuerabzug nicht gemeinsam versteuert wurden.

    2. Aufforderung durch das Finanzamt

    Erfahrungsgemäß im Spätsommer kommt das Finanzamt durch Übersendung eines Steuererklärungsformulars auf Sie zu und fordert Sie auf, eine Arbeitnehmerveranlagung für 2016 bis Ende September 2017 einzureichen. Dies kommt zum Beispiel bei Bezug von Krankengeld oder bei Berücksichtigung eines Freibetragsbescheides bei der laufenden Lohnsteuerberechnung im Jahr 2016 in Betracht.

    3. Antragsveranlagung

    Für die Antragsveranlagung haben Sie grundsätzlich fünf Jahre Zeit. Die gute Nachricht: sollte wider Erwarten statt der erhofften Gutschrift eine Nachzahlung herauskommen, kann der Antrag binnen eines Monats wieder zurückgezogen werden.

    Neuregelung für die Arbeitnehmerveranlagung ab 2016 im Überblick: Sie wollen sich mit der Arbeitnehmerveranlagung eigentlich gar nicht auseinandersetzen. Dann könnten Sie Glück haben und dennoch eine Steuergutschrift erhalten. Wird nämlich bis zum 30. Juni (erstmalig zum 30.6.2017) keine Abgabenerklärung für das Vorjahr (also erstmalig für 2016) eingereicht, wird unter folgenden Voraussetzungen vom Finanzamt eine antragslose Veranlagung (automatische Arbeitnehmerveranlagung) durchgeführt: - der Gesamtbetrag der Einkünfte besteht ausschließlich aus lohnsteuerpflichtigen Einkünften, - aus der Veranlagung resultiert eine Gutschrift und - aufgrund der Aktenlage werden vermutlich keine Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Freibeträge oder Absetzbeträge geltend gemacht. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor und wird bis zum Ablauf des zweitfolgenden Kalenderjahres (erstmalig also bis 31.12.2018) keine Steuererklärung abgegeben, wird jedenfalls eine antragslose Arbeitnehmerveranlagung durchgeführt, wenn sich aus der Aktenlage eine Gutschrift ergibt. Da es ab 2017 auch noch zur automatischen Übermittlung von Sonderausgaben an die Finanzverwaltung für Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung einschließlich des Nachkaufs von Versicherungszeiten, Kirchenbeiträge und Spenden kommt, gewinnt dieses Service dann noch mehr an Bedeutung.

Umsatzsteuer

  • Bringt die Kleinunternehmerregelung Nachteile ?
    • ja, denn ich verliere den Vorsteuerabzug
    • Wenn ich wider Erwarten die Umsatzgrenzen überschreite, muss ich die Mehrwertsteuer an das Finanzamt zahlen, ohne sie von meinen Kunden erhalten zu haben
  • Was ist die Kleinunternehmer Regelung?

    Kleinunternehmer sind Unternehmer, deren Umsatz im Kalenderjahr nicht mehr als € 22.000,-- (ATS 300.000,--), ab 2007 € 30.000,00 ¨netto¨ beträgt. Ihre Umsätze sind nicht mehrwertsteuerpflichtig. Sie dürfen auf Ihren Rechnungen jedoch NIE Umsatzsteuer ausweisen, sonst schulden sie diese auch! Es besteht aber auch kein Vorsteuerabzug.

  • Muss ich für jede Einnahme Umsatzsteuer zahlen?

    Grundsatz : wenn ich als Unternehmer Umsätze erziele, ja.

     

    Ausnahmen (Beispiele!): steuerfreie Umsätze (zB Exportlieferungen) Kein Leistungsaustausch (zB Versicherungsvergütung) Kleinunternehmer

  • Wie berechne ich die Umsatzsteuer, die ich zahlen muss?

    Diese setzt sich zusammen aus der Differenz der Umsatzsteuer, die in den Einnahmen enthalten ist (¨Mehrwertsteuer¨) und der Umsatzsteuer, die in den Ausgaben enthalten ist (¨Vorsteuer¨).

  • Wann muss ich eine Umsatzsteuerklärung abgeben?

    Wenn ich als Unternehmer Umsätze erzielt habe immer (Fristen siehe Einkommensteuer). Kleinunternehmer (Umsatzgerenze 30.000,00) sind von der Verpflichtung befreit, wenn im Veranlagungszeitraum keine Steuer zu entrichten war.

SVA

  • Was sind "freie Dienstnehmer" ?
    • steuerrechtlich Selbständige
    • Sv-rechtlich ein ¨Mittelding¨ zwischen echtem Dienstverhältnis und echtem Selbständigen (GSVG-Versicherten
    • Abgabenrechtlich also ein ¨Zwitter¨: Einkommensteuerpflichtig, aber ASVG versichert
    • Personen, die sich auf grund eines freien Dienstvertrages auf bestimmte oder unbestimmte Zeit verpflichten (=Dauerschuldverhältnis) für einen Dienstgeber im Rahmen seines Geschäftsbetriebes Dienstleistungen im wesentlichen persönlich zu erbringen und über keine wesentlichen eigenen Betriebsmittel verfügen.
    • Meldepflicht des Dienstgebers bei der GBK
  • Was passiert, wenn ich mich bei der SV nicht melde?

    die SV bekommt nach der Steuerveranlagung die Daten vom Finanzamt und schickt spätestens dann die Beitragsvorschreibung mit bis zu 9% Strafzuschlag.

  • Wann muss ich mich als neuer Selbständiger bei der SVA Melden ?

    ab Überschreiten der monatlichen Versicherungsgrenzen von € 415,72 (Wert 2016).

  • Muss ich mich bei der SVA melden?
    • wenn ich einen Gewerbeschein löse bzw Kammermitglied werde, gehen von den Behörden automatisch Meldungen an die SV, die mich dann in die Pflichtversicherung einbeziehen.
    • Wenn ich Einkünfte als neuer Selbständiger erziele, muss ich die SV über meine Versicherungspflicht informieren

  • Wie hoch sind die Beitragsgrundlagen ?
  • Wie hoch sind die Beitragssätze?

    siehe unser Rundschreiben 1/2016 Beilage 1/2.

  • Wann bin ich als selbständiger nach dem GSVG pflichtversichert?

    Wichtigste Beispiele:

    • wenn ich einen Gewerbeschein habe
    • wenn ich Geschäftsführer einer Ges.m.b.H. bin die einen Gewerbeschein hat
    • wenn ich gewisse Tätigkeiten ausübe (Künstler..)
    • wenn ich mehr als €415,72 p.M. bzw €4.988,64 p.a. Einkünfte habe (Versicherungsgrenzen neue Selbständige 2016)

Allgemein

  • Muss ich Lieferscheine oder Arbeitsscheine aufbewahren ?

    Ja

  • Wie kann ich Ausgaben nachweisen?

    Voraussetzung ist der Nachweis mit Beleg (Rechnungsnachweis + Zahlungsnachweis) und die Glaubhaftmachung der betrieblichen Veranlassung.

    Die Rechnung soll immer auf den Unternehmer ausgestellt sein : näheres siehe Umsatzsteuer : Wie muss eine Rechnung ausgestellt sein ?

  • Wie muss ich meine Einnahmen aufzeichnen?

    Wenn ich Rechnungen ausstelle, muss ich von jeder eine Kopie zurückbehalten um so meine Einnahmen nachvollziehbar zu machen. Die Rechnungen müssen (durchgehend) nummeriert sein. Auch sollte ich alle Grundlagen, die zur Rechnungserstellung geführt haben (Kostenvoranschläge, Auftragsbestätigungen, Kalkulationen, ...) aufbewahren. Wenn ich keine Rechnungen ausstelle, muss ich lückenlose Aufzeichnungen über meine Einnahmen führen und diese ebenfalls aufbewahren (Registrierkasse, Paragons,....). Zusätzlich gilt ab 2007 die sogenannte Barbewegungsverordung, die genaue Vorschriften bezüglich der Aufzeichnung von Bareinnahmen und Barausgaben enthält. In dieser wurde auch die Möglichkeit die Losung aus dem Kannenbestand rückzurechnen (Kassasturz) drastisch eingeschränkt.

Rechnungen

  • Wie muss eine Rechnung ausschauen, damit der Vorsteuerabzug erhalten bleibt?
    • 11 Rechnungsmerkmale laut UstG
    • keine Sammelbezeichnungen (¨div. Büromaterial¨, ¨Fachbücher¨, ...)

  • Muss ich eine Rechnung ausstellen ?

    Auf Verlangen des Kunden immer, teilweise sind auch auf Grund gesetzlicher Vorschriften Rechnungen zwingend auszustellen. Zu beachten ist weiters die ab 01/01/2016 bestehende Belegerteilungspflicht.